Erik Händeler | Das Thema und der Referent

Das Thema | Arbeit ist, Probleme zu lösen. Und weil wir immer Probleme haben werden, wird uns die Arbeit auch nicht ausgehen.

Nur: Auf die neuen, aktuellen Probleme sind die Menschen selten vorbereitet und gehen mit dem Erlernten von gestern an die Probleme von heute. Nachdem wir die Probleme ganz gut gelöst haben, wie wir Kühlschränke zusammenbauen oder einen Computerbrief ausdrucken, werden die zwischenmenschlichen Probleme in der Zusammenarbeit der Informationsarbeiter zum größten Wachstumshemmnis, ebenso wie der nicht mehr zu bezahlende Krankheitsmarkt. Das hat Konsequenzen für Schule, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik. Erst eine neue Kultur der Zusammenarbeit lässt in der Informationsgesellschaft den Wohlstand wieder steigen. Dazu gehört das Wissen, wie man Wissen zusammenführt, für welches Ziel man arbeitet, und wie man effizient mit Informationen umgeht. Und der Gesundheitsmarkt wird sich vor allem um Gesunderhaltung drehen. Die Nachfrage nach Gesundheit kann sich aber erst in einem völlig anderen Gesundheitssystem entfalten.


Der Referent | Erik Händeler wurde 1997 freier Wirtschaftsjournalist, um die Konsequenzen der 40 bis 60 Jahre dauernden Kondratieffzyklen in eine öffentliche Debatte zu bekommen: Nicht Preise, Zinsen, Löhne oder Geldmenge treiben die Wirtschaft an, sondern große Produktivitätsschübe wie Dampfmaschine und Computer. Und da ein noch schnellerer Computer uns nicht mehr im selben Maße wie früher produktiver macht, haben wir eine langanhaltende Wirtschaftskrise vor uns - bis es uns gelingt, Probleme durch effizientere Zusammenarbeit besser zu lösen. Wie das funktionieren soll, beschreibt er in seinem 2003 erschienenen Buch "Die Geschichte der Zukunft - Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen (Kondratieffs Globalsicht)", das inzwischen in vierter Auflage vorliegt. Im vergangenen Herbst hielt er 40 Vorträge, zumeist in der Wirtschaft. Erik Händeler, geboren am 28. Juni 1969, verheiratet, zwei Kinder, absolvierte ein zweijähriges Volontariat bei der Tageszeitung Donau Kurier in Ingolstadt und arbeitete als Stadtredakteur. Er studierte Wirtschaftspolitik und Volkswirtschaft in München und widmete sich dann den politischen Konsequenzen der Kondratiefftheorie. Daneben arbeitet er als freier Journalist, Texter und Berater von mittelständischen Firmen in Pressearbeit.


Erik Händeler | Themen und Thesen



Themen

  • Gesundheit als Wachstumsmotor für die Wirtschaft | Was muss geschehen damit Gesundheit zum Wachstumsmotor der Wirtschaft wird?
  • Was kommt nach der Informationstechnik? | Die Märkte von Morgen drehen sich um Gesundheit und produktivem Umgang mit Information.

Thesen

  • Das Gesundheitswesen bricht zusammen, Gesundheit wird zum größten Knappheitsfeld in der Gesellschaft. Deswegen ist hier in Zukunft Geld zu verdienen, allerdings nicht im herkömmlichen System.
  • Damit sich die Nachfrage nach Gesundheit entfalten kann, braucht es ein völlig neues Gesundheitssystem: Krankenkassen zahlen für die Gesunderhaltung (Ernährungsberater, Vorsorge, gesunderhaltende Produkte), dafür funktioniert das System im Krankheitsfall wie eine Kfz-Teilkaskoversicherung mit hoher Zuzahlung. Dann werden die Menschen mehr in ihre Gesundheit investieren, sich mehr körperlich bewegen, Stress reduzieren. Investitionen in Gesunderhaltung sollten dann auch steuerlich absetzbar sein - so wie früher Investitionen in Maschinen.
  • Neue Arbeitsplätze entstehen hauptsächlich durch Investitionen in Gesunderhaltung: niedrigere Lohnkosten machen Arbeit wieder wirtschaftlicher; eine durch Gesundheitsinvestitionen ermöglichte längere Lebensarbeitszeit erzeugt zusätzliche Wertschöpfung, die in allen Branchen ausgegeben wird; und zusätzliche Arbeit entsteht in Dienstleistungen und Produkten der Gesunderhaltung.
  • Die nächsten Jahre werden ungemütlich: Die Informationstechnik macht die Volkswirtschaften in ihrer Breite nicht mehr produktiver, deswegen schmelzen Gewinne dahin, ist Arbeit und Unternehmertum zunächst weniger lohnenswert.